Über Gnomon

Die Gnomon Bibliographische Datenbank (GBD) ist mit über 600.000 Einträgen eines der umfänglichsten Datenbanksysteme für Fachliteratur in den gesamten Altertumswissenschaften einschließlich der fachspezifischen Wissenschaftsgeschichte. Sie verzeichnet Monographien, Sammelbände mit den enthaltenen Beiträgen, Zeitschriftenaufsätze, Rezensionen und Fachlexika aus dem Zeitraum in allen einschlägigen Wissenschaftssprachen, die mit Hilfe eines umfänglichen, multilingualen Thesaurus (derzeit ca. 25.000 Schlagworte) detailliert recherchierbar sind. Die Erschließung von YouTube-Inhalten und Internetressourcen ist zur Zeit ein Alleinstellungsmerkmal der GBD. Eine intensive Zusammenarbeit besteht seit längerem mit der Bayerischen Staatsbibliothek (München) und den Universitätsbibliotheken Augsburg, Eichstätt und Tübingen. Kooperationen bestehen außerdem mit der Redaktion der Zeitschrift Gnomon (München) und der Joint Library of the Hellenic & Roman Societies (London). Ein Kooperationsabkommen wurde zudem mit dem Deutschen Archäologischen Institut geschlossen; im Rahmen eines CLARIN-D-Projektes wurden Ansätze zu neuartigen Visualisierungen anhand eines gemeinsamen Datenpools aus GBD und ZENON erprobt.

 

Im Rahmen des von der DFG geförderten Fachinformationsdienstes Altertumswissenschaften wurde die GBD in den Jahren 2016-2018 in den B3Kat, den gemeinsamen Verbundkatalog des Bibliotheksverbundes Bayern (BVB) und des Kooperativen Bibliotheksverbundes Berlin-Brandenburg (KOBV), migriert. Die Neuerfassung wertet somit seit April 2018 alle Neuanschaffungen aus, die in einer BVB- oder KOBV-Bibliothek katalogisiert wurden. Titeldaten aus Tübingen und London werden ergänzend eingepflegt. Die von der Bayerischen Staatsbibliothek München (BSB) bereitgestellte Suchoberfläche ermöglicht den tagesaktuellen Zugriff auf die erfassten Daten, die auch die in die Metasuche PropylaeumSearch eingespeist werden.

 

Konzipiert wurde die GBD Ende der 1980er Jahre von Prof. Dr. Jürgen Malitz (Eichstätt), der bis heute als Herausgeber der Datenbank fungiert, seit 2003 zusammen mit Prof. Dr. Gregor Weber (Augsburg). Die Veröffentlichung erfolgte seit 1994 zunächst auf Disketten bzw. CD-ROM durch den Verlag C. H. Beck, der dem Projekt bis heute verbunden ist. Seit 1996 wurden aktualisierende Auszüge der Datenbank unter der Bezeichnung Gnomon Online im Internet bereitstellt. Im Jahre 2009 konnte aufgrund einer Vereinbarung mit dem Verlag C. H. Beck der gesamte Datenbestand im Internet frei benutzbar gemacht werden. Mit Abschluss der Migration in den B3Kat werden sämtliche Daten im Rahmen der Open Data-Ausspielung des Verbundkataloges (https://www.bib-bvb.de/web/b3kat/open-data) zudem zur freien Nachnutzung unter einer CC0-Lizenz bereitstehen.

 

Eine ausführlichere Darstellung der Entstehungsgeschichte der GBD, die auch auf die in den letzten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts noch zu überwindenden technischen Hürden eingeht, bietet:

Jürgen Malitz: ConcEyst, GBD und NBE. Drei Computerprojekte am Eichstätter Lehrstuhl für Alte Geschichte. In: Andreas Hartmann/Gregor Weber (Hg.), Zwischen Antike und Moderne. Festschrift für Jürgen Malitz zum 65. Geburtstag, Speyer 2012, 15-36, hier 23-33. Online: http://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00001419.

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